Horizonte

Als Mitherausgeberin verweise ich an dieser Stelle gerne auf die aktuelle Ausgabe von

Horizonte — Neue Serie • Nuova serie. Italianistische Zeitschrift für Kulturwissenschaft und Gegenwartsliteratur. Rivista d’Italianistica e di letteratura contemporanea

Horizonte — Neue Serie • Nuova Serie erscheint einmal jährlich als digitales Open Access Journal und ist zu finden unter www.horizonte-zeitschrift.de

Neue Horizonte – was zunächst als verbrauchte Metapher erscheinen mag, ist für die vorliegende Zeitschrift in mehrfacher Hinsicht existenziell: Mit ihrem Titel stellt sie sich in die Tradition der Zeitschrift Horizonte, die für mehr als zehn Jahre den Horizont der italianistischen Landschaft im deutschsprachigen Raum erweitert, verschoben und dabei als nur relativ zu betrachtende Grenze aufgezeigt hat, wählt nun aber eine neue Publikationsform, die ihrerseits der Idee des Offenen und der Weite entspricht, und denkt seinerzeit gesetzte Schwerpunkte neu und weiter.

Horizonte — Neue Serie • Nuova Serie bietet Raum für Beiträge zu allen Themen und Epochen der italienischen Literatur und Kultur und belässt doch gleichwohl den Akzent auf der Moderne und insbesondere auf der Gegenwart. Sie verbindet die theoretische Reflexion von Kultur mit der Präsentation aktueller literarischer Muster. Ihr breites Themenspektrum ist gleichermaßen für Wissenschaftler wie für Liebhaber italienischer Literatur, Kultur und Sprache von Interesse. Dabei ist es ein besonderes Anliegen auch der neuen Zeitschrift, dem wissenschaftlichen Nachwuchs im deutschen Sprachraum und in Italien ein wirklich unabhängiges Forum zu bieten – frei von den vielfältigen Interessen des heutigen Wissenschaftsbetriebs. Und nicht zuletzt greift Horizonte — Neue Serie • Nuova Serie die Tradition der ehemaligen Zeitschrift Horizonte auf und präsentiert quasi als poetische Verkörperung ihres Programms in jeder Ausgabe literarische Erstveröffentlichungen oder Erstübersetzungen.

Der Titel Horizonte spielt programmatisch auf die Vielzahl der möglichen und veränderbaren Standpunkte an, auf die Beweglichkeit der Erkenntnis und die intendierte Bewegung zwischen den Disziplinen. Er schließt aber auch das Eingeständnis ein, dass jedes Hinsehen auf eine Sache zwangsläufig das Absehen von etwas anderem zur Folge hat. Der Horizont ist in seiner Eigenschaft als unaufhebbare Grenze bekanntlich ein die Einbildungskraft stimulierendes Wahrnehmungshindernis – er ist eben die äußerste Grenze der Sichtbarkeit, jenseits derer sich die Räume des Imaginären, ja des Infiniten eröffnen.